Die ADFC-Forschungsradreise von der Donauquelle bis nach Ulm in 2026
Vom 30. August bis zum 4. September 2026 begibt sich ein interdisziplinäres Team auf eine 260 Kilometer lange Forschungsradreise – voll gepackt mit Messgeräten, Kameras und Engagement für Umwelt und Radverkehr.

Forschung hautnah: Mit Rad und Sensorik an der Donau unterwegs
Vom 30. August bis 4. September 2026 wird der Donauradweg zum rollenden Freiluft-Labor: In einer Kooperation zwischen dem ADFC Ulm/Neu-Ulm, dem ZAWiW (Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Ulm), der Technischen Hochschule Ulm (THU) sowie dem Botanischen Garten Ulm macht sich ein 14-köpfiges Team auf den Weg von Donaueschingen bis nach Ulm.
Auf den rund 260 Kilometern der Strecke wandelt sich die Donau von einem kleinen Mittelgebirgsbach über geologische Besonderheiten wie die Donauversickerung bis hin zu einem imposanten Flusssystem. Ziel der Forschenden und Bürgerwissenschaftler ist es, Daten zu Wasserqualität, Biodiversität und Radwegeinfrastruktur systematisch zu erfassen und für die Öffentlichkeit nutzbar zu machen.
Was auf der Tour erforscht wird:
- Wasserqualität im Wandel: Das Team der THU und des Botanischen Gartens nimmt an markanten Flussabschnitten und Brücken Wasserproben. Untersucht werden u. a. pH-Wert, Temperatur, Leitfähigkeit, Sauerstoffgehalt sowie Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat. Spannend werden vor allem die Vergleiche: Wie verändert sich die Wasserchemie nach der Donauversickerung? Welchen Kontrast bildet das saure Moorwasser des Federsees zum kalkreichen Albwasser? Welchen Einfluss hat der Blautopf in Blaubeuren auf die Wasserqualität?
- Erfassung von Flora & Fauna (Ground-Truthing & Drohnen): Das Team durchquert völlig unterschiedliche Naturräume – von der rauen Baar über den nährstoffarmen Jurakalk des Oberen Donautals bis hin zum Moorbecken am Federsee. Erstmals kommt ein wissenschaftlicher Mix aus Drohnenüberflügen zur Abgrenzung von Mager- und Fettwiesen und bodennahen Einzelbeobachtungen via Smartphone-App (iNaturalist) zum Einsatz.
- Radwege-Qualitäts-Check für OpenStreetMap: Auch die Qualität der Radinfrastruktur steht im Fokus. Unter Einsatz der App StreetComplete dokumentieren die Teilnehmenden Wegetypen, Beläge und Hindernisse entlang der Route. Die gesammelten OpenData-Daten fließen direkt in die Freie Weltkarte OpenStreetMap sowie in das Radwege-Analyseportal des Temporärhauses ein (cqi.temporaerhaus.de).
Die Etappen im Überblick:
- Sonntag, 30.08.: Anreise nach Donaueschingen & technisches Briefing
- Montag, 31.08. (60 km): Start am Zusammenfluss von Brigach und Breg – über die Donauversickerung bis nach Beuron
- Dienstag, 01.09. (31 km): Durch das Obere Donautal, vorbei am Stiegelesfels nach Inzigkofen/Laiz
- Mittwoch, 02.09. (57 km): Von den Felsen des Albrandes ins Moorbecken nach Bad Buchau am Federsee
- Donnerstag, 03.09. (35 km): Moor-Exkursion im Naturschutzgebiet Federsee und Fahrt über Rechtenstein zum Kloster Obermarchtal
- Freitag, 04.09. (63 km): Karstsystem-Finale: Über Munderkingen und die Karstquelle des Blautopfs in Blaubeuren zurück zum Ulmer Münster
Fazit & Mitmachen
Diese Forschungsradreise verknüpft praktischen Umwelt- und Radverkehrsschutz mit Citizen Science (Bürgerwissenschaft). Die Ergebnisse und gesammelten Daten werden nach der Reise aufbereitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Du möchtest die Qualität der Radwege in unserer Region ebenfalls verbessern? Schnapp dir dein Smartphone, installiere die App StreetComplete und unterstütze den ADFC und das temporärhaus beim Erfassen von Radwegedaten vor deiner Haustür!

